Belastbarer Umgang mit technischen Unsicherheiten

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Grundsätzliche Probleme mit FMEA
  FMEA, Einleitung
  Beispiel1: Mil-STD-1629 Piece Part FMEA
 
Beispiel2: Mil-STD-1629 Criticality Analysis
  Beispiel3: Automobil FMEA
  Grundsätzliche Schwierigkeiten mit FMEAs

Je mehr Personen an einer FMEA teilnehmen, und je freier die FMEA durchgeführt wird, desto schwieriger gestaltet sich die Durchführung, und desto länger dauert es, bis die Gruppe "in die Gänge kommt". Aus der Erfahrung des Verfassers ergeben sich folgende Anhaltspunkte:

Bei einer Piece Part FMEA kommt es einzig auf die FMEA Erfahrung des Geräteentwicklers an. Er ist nach einiger Zeit in der Lage, solche FMEAs alleine durchzuführen.
Da die Effekte auf Systemebene entweder vorgegeben sind, oder sich dem Entwickler aus der Anforderungsspezifikation erschliessen, tendiert die Gefahr, etwas Wesentliches zu vergessen, gegen Null. Hinzu kommt, dass ausser dem Geräteentwickler in der Regel kaum jemand das Gerät auf Bauteilebene wirklich kennt, und im elektronischen Falle scheitern aussenstehende Personen meistens an der Fähigkeit, Schaltpläne lesen zu können.

Trotzdem kann es oft sinnvoll sein, jemanden hinzuzunehmen, der das Gerät von einem anderen Blickwinkel her gut kennt, beispielsweise einen Wartungstechniker, Kundendiensttechniker, oder den Vorgesetzten des Geräteentwicklers.
Wenn der Geräteentwickler das erste mal vor einer Piece Part FMEA steht, dann braucht ein Moderator ca. 1 Stunde, bis er den Geräteentwickler so weit hat, dass dieser die FMEA alleine fortsetzen könnte. Praktischerweise jedoch nimmt der Moderator bis zum Schluss an der FMEA teil, indem er dem Geräteentwickler sämtliche Schreib- und Dokumentationsarbeit abnimmt und die Konsistenz der FMEA gewährleistet. Praktische Erfahrung zeigt, dass hier meistens der Moderator den Flaschenhals darstellt, während der Entwickler hocheffizient sein Detailwissen in FMEA Inhalte überführt bekommt. 
Wenn man Vorbereitung, Durchführung, und Dokumentation einer Piece Part FMEA betrachtet, dann entfallen auf den Geräteentwickler 10%, und auf den Moderator 90% der gesamten Arbeit. Die Aufgabe des Entwicklers beschränkt sich dabei auf die Zur-Verfügung-Stellung seiner Zeit während der FMEA Sitzung.
Die Aufgaben des Moderators werden aus den Anforderungen ersichtlich, die an ihn zu stellen sind:
Ganz anders sieht die Lage bei allgemeineren, oft fach- oder abteilungsübergreifenden FMEAs mit mehreren Teilnehmern aus.
Die maximale Gruppengrösse, die unter diesen Bedingungen auf Dauer beherrschbar ist, kann man nach den Erfahrungen des Verfassers auf 8 Personen + Moderator beziffern. Wenn alle gut harmonieren, klappt es auch mit 12 Personen.
Oft hat man es mit Gruppen zu tun, deren Teilnehmer aus unterschiedlichen Abteilungen kommen, und die sich oft nur flüchtig kennen.
Hier gilt es nicht nur unterschiedliche fachliche Blickwinkel unter einen Hut zu bekommen, sondern die Gruppenmitglieder müssen sich auch als Gruppe erst zusammenfinden. Manche Teilnehmer werden Schwierigkeiten mit anderen Sichtweisen (aus anderen Abteilungen) haben, während andere zunächst lernen müssen damit umzugehen, dass ihr Fachwissen systematisch abgeholt und dokumentiert wird.
Abhängig von der Firmenkultur kann es nachteilig sein, wenn ein Teilnehmer Vorgesetzter von einem anderen ist.

Eine typische Gruppenzusammensetzung kann so aussehen:
Bei derartigen FMEAs handelt es sich meistens um einen FMEA-Prozess, das bedeutet, die FMEA Sitzungen werden wiederholt und das dabei wachsende FMEA Dokument "lebt".
Die folgenden Probleme treten umso deutlicher zu Tage, je freier die FMEA durchgeführt wird, je mehr Personen beteiligt sind, je öfters diese wechseln und je grösser die Zeiträume zwischen den FMEA Sitzungen sind.

Besonders der erste Punkt spricht<br>
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target="_blank"><span style="font-family: Arial;">Datenschutzhinweise</span></a><br>
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</body> deutlich für den Einsatz einer FMEA Software, während der zweite Punkt die feste Institution eines FMEA Moderators nahe legt. Die Verantwortung des FMEA Prozesses liegt beim FMEA Moderator, der klassischerweise im Qualitätsmanagement angesiedelt ist. Er nimmt den übrigen Teilnehmern alles ab ausser die von ihnen zur Verfügung gestellte Zeit.  


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