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FMEA Mil-STD-1629 Task 102 Criticality Analysis
  FMEA, Einleitung
  Beispiel1: Mil-STD-1629 Piece Part FMEA
  Beispiel2: Mil-STD-1629 Criticality Analysis
  Beispiel3: Automobil FMEA
  Grundsätzliche Schwierigkeiten mit FMEAs

Das folgende Beispiel, Task 102 des Mil-Std-1629, ist eher quantitativer Natur:
Mil-Std-1629 Task 102
Das wesentliche Ziel dieser FMEA ist die genaue Ermittlung der zu erwartenden Anzahlen an Fehlern während einer Mission. 


Spaltentitel
Erläuterungen
1
Identification Number Eine fortlaufende Nummer der in dieser und evtl. folgenden Zeilen beschriebenen Rubrik. Die Rubrik kann ein Teil, oder eine bestimmte Funktion des Betrachtungsgegenstandes sein.
2
Item / Functional Identification (Nomenclature) Eine eindeutige Bezeichnung der in dieser und evtl. folgenden Zeilen beschriebenen Rubrik.
3
Function
Die Funktion, die hier jetzt genauer betrachtet werden soll.
Pro Item (2) kann es mehrere Funktionen geben
4
Failure Modes and Causes Mögliche Fehler der Funktion und die möglichen Ursachen.
Hinweis: In den meisten anderen FMEA Typen sind für Fehler und Ursachen getrennte Spalten vorgesehen.
Pro Funktion (3) kann es mehrere Failure Modes + Causes geben
5
Mission Phase / Operational Mode Diejenige Phase der Mission / diejenige Betriebsart, in der der betrachtete Fehler vorkommt.
Hinweis: Je nach Art des Betrachtungsgegenstandes, oder je nachdem wo er eingebaut ist (Flugzeug, landfahrzeug, U-Boot, ...) können völlig unterschiedliche Missionsphasen vorkommen.
6
Severity Classification Klassifizierung der Schwere des Fehlers oder seiner Auswirkungen. Im militärischen Bereich sind 4 bis 5 Stufen üblich.
7
Failure Probability /
Failure Rate Data Source
Failure Probability = eigentlich Fehlerwahrscheinlichkeit und daher irreführend. Hier sollte besser die Item-Fehlerrate stehen, in der Regel auf eine Million Stunden bezogen (fpmh, failures per million hours). Die Fehlerrate ist im Gegensatz zur Fehlerwahrscheinlichkeit besser im Einklang mit den folgenden Spalten.  
Fehlerraten kann man auf sehr unterschiedliche Weisen ermitteln. Für Elektronik gibt es eine Reihe von Standards.
Failure Rate Data Source = Wie wurde die Fehlerrate ermittelt (Z.B. durch Schätzen, Mil-217, etc. )
Mit dieser und den folgenden Spalten wird die FMEA quantitativ.
8
Beta, Failure Effect Probability
Im Normalfall =1. Die Wahrscheinlichkeit dafür, dass der eingetretene Fehler Auswirkungen zeigt.
Beispiel:
Ein elektrischer Stecker bestehe aus 10 Pins. Die Fehlermoden wurden aus einer Tabelle entnommen und besagen auf gesamter Steckerebene lediglich "kein Kontakt", "Kurzschluss" und "Wackelkontakt". Wenn der hier behandelte Fehlermode nur 2 von den 10 Kontakten betrifft, dann würde man hier für Beta den Wert 0,2 eintragen.
9
Alpha, Failure Mode Ratio
Prozent der Fehlerrate, der für diesen Fehlermode angerechnet wird.
Beispiel:
Ein elektrischer Stecker bestehe aus 10 Pins. Die Fehlermoden und Prozentwerte betragen
Failure Mode
Alpha
Offen
50%
Kurzschluss
20%
Wackelkontakt
30 %
10
Lambda, Failure Rate
Eigentlich die Fehlerrate, doch die steht ja schon in Spalte 7. Hier muss es Mode-Fehlerrate heissen. Meistens in fpmh, Failures per Million Hours, ausgedrückt.
11
t, Operating Time
Eine charakteristische Zeitdauer. Typischerweise die Missionsdauer, oder die Zeitdauer zwischen zwei vorbeugenden Wartungen.
12
Failure Mode Criticality,
Beta x Alpha x Lambda x t
Produkt aus den Werten der vier vorangehenden Spalten. Das Ergebnis hat die Dimension "Absolute erwartete Häufigkeit dieses spezifischen Fehlermodes pro Zeit t"
13
Item Criticality
Summe aus allen Failure Mode Criticalities
Das Ergebnis hat die Dimension "Absolute erwartete Häufigkeit aller Fehler dieses Items pro Zeit t".
"Item" ist der Betrachtungsgegenstand aus der Spalte 2.
14
Remarks
Eine sehr wichtige Spalte. Hier wird alles vermerkt, was nicht ins vorgegebene FMEA-Tabellenschema passt, oder was sonst noch für wichtig erachtet wird.

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